If you are going to San Francisco…. (Kalifornien Teil 1)

If you are going to San Francisco…. (Kalifornien Teil 1)

Meine Lieben – es ist wieder Zeit fuer einen neuen Eintrag. Dies wird einer meiner Lieblingsbeitraege – die Westkueste der USA hat mein Herz im Sturm erobert.  Gegen Ende des Sommers bekam ich eine Nachricht von meiner Freundin Chandler, die in Los Angeles auf einem Boot wohnt, dass sie uns einen Job ergattert hat.  Da die Saison in Kanada mir nicht genug Geld fuer meinen Winter in Zentralamerika eingebracht hatte (an jeden, der vor hat, als Erntehelfer in Kanada zu arbeiten – es bedeutet harte Arbeit fuer relativ wenig Geld, denn British Columbia ist zudem sehr teuer) war dies ein ueberlebenswichtiger Zufall und ein Segen. Die Saison in Kalifornien beginnt im Oktober, daher fahren viele Traveller von Kanada nach Kalifornien um diese Jahreszeit. Ueber den Job an sich werde ich dann im naechsten Artikel berichten.

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Keremeos

Keremeos

Nun also ist das Kapitel “Fruchternte in Kanada 2012” fuer mich abgeschlossen. Von Ende Juni bis Ende September, also den gesamten Sommer 2012 ueber, war die Kleinstadt Keremeos in British Columbia mein Wohn- und Arbeitsplatz.

Nun, wie bekommt man einen ganzen Sommer in einen einzigen Blogartikel?
Richtig. Das geht nicht. Doch es wird eine Selektion Anekdoten, Fotos, Kuriositaeten und bis dato unbekannter Informationen ueber das grosse, heikle, einzigartige Thema des Fruitpicking im Okanagan Tal. Die Fotoflut und die Ideen, die ich hier zu verarbeiten hatte, waren immens, und ich hoffe, der Aufwand hat sich gelohnt. Ich habe eigentlich noch viel mehr zu erzaehlen, aber es war einfach nicht moeglich :) Viel Spass und ich freue mich ueber eure Kommentare.

Die Landschaft

Das Okanagan Tal erstreckt sich innerhalb British Columbias über eine Distanz von etwa 175 Kilometer von Osoyoos bis Enderby, namentlich von dem Okanagan See und dem Okanagan Fluss, sowie dem Similkameen Fluss. Das Klima ist sonnig und trocken, perfekt fuer Obstgaerten und Weinanbau. Die Flaeche entspricht etwa zwei Dritteln von Belgien.

Die Stadt

Keremeos liegt am “K-Mountain” (s.o.) und hat um die 1,300 Einwohner, einen kleinen Supermarkt, eine Bibliothek, ein paar kleine Restaurants, eine Tankstelle, eine Bar, eine Post und aehnliches, sowie ca. ein Dutzend Fruchtstaende. Sie liegt am Highway 3, auch genannt Crowsnest Highway, welcher direkt nach Vancouver fuehrt. Keremeos ist die Fruchtstand-Hauptstadt Kanadas. Angebaut werden Fruechte von Kirschen, Nektarinen, Aprikosen ueber Pflaumen bis hin zu Aepfeln und Trauben sowie allerlei Gemuese. Ueber die Bedeutung des Wortes “Keremeos” streitet man sich, es heisst, es deriviert von “Keremeyeos”, was entweder “der Ort, wo die Taeler sich treffen” oder “der windige Ort” bedeutet. Beide Theorien sind plausibel – in Keremeos, speziell am Flusstal, herrscht die meiste Zeit ein starker Ostwind, der sich ab und zu sogar zum Sturm entwickelt.

Wenn nicht gerade das Wetter verrueckt spielt, ist Keremeos eigentlich ein sehr ruhiger Ort. Die meisten Einwohner sind zugezogene, aeltere Menschen ueber vierzig. Ab und zu sieht man ein paar Biker im Red Bridge Pub auf ein Bier absteigen. Diese Kleinstadtidylle wird durch die Picker im Sommer ziemlich aufgemischt. Dann verwandelt sich der Pub jeden Mittwoch abend in eine regelrechte Party, zur “Wings Night”, Haehnchenfluegel fuer 2,50 Dollar beim Kauf eines  Biers. Und wenn nicht gerade Wings Night ansteht, sieht man sie dennoch ueberall, die Picker: in der Bibliothek fuers Internet, im K-Cafe oder im Park, dem Pine Park.

Die Ernte

Die Kirschenernte beginnt sehr frueh im Sommer, bereits Mitte bis Ende Juni. Dies faellt in Kanada genau in die Semesterferien, daher ist es das “Cherrypicking”, was am populaersten ist, speziell fuer Schueler und Studenten; so populaer, dass mittlerweile auch viele von weit her angereits kommen, um etwas Geld zu machen, speziell auch aus Europa. Die meisten “Picker” sind jedoch nach wie vor french-canadian, also junge Leute aus Quebec. Englischsprachige Kanadier sieht man beim picken recht selten, der Grund ist, dass sie eher im “Treeplanting” arbeiten, also Baeume pflanzen. Ungefaehr 80% der Kirschenpfluecker fahren also aus Quebec fuer den Sommer nach British Columbia. Es ist wirklich ein interessantes Phaenomen.

Diese “Picker” sind eine ganz eigene Spezies. Sie sind so etwas wie ein junges, lautes Wolfsrudel. Meist wurde ich auf franzoesisch angesprochen. Der gemeine Picker trinkt viel Alkohol, und arbeitet ungern. Nicht selten sieht man ihn in der Fruehstueckspause einen Joint rauchen. Er hat Praesenz und eine schallende Stimme, Dreads und schmutzige, zerrissene Kleidung. Er tritt meist in Gruppen auf, und faehrt ein klappriges Auto oder teilt sich einen personalisierten Hippie-Wohnwagen mit Freunden. Er hat kein Geld, und wenn er welches hat, gibt er es fuer billigen Alkohol, billige Chicken Wings am Mittwoch im Red Bridge Pub, oder Gras aus. Man koennte ihn als etwas “grob” bezeichnen, aber generell doch sehr freundlich, wie eben die Kanadier so sind.

Die Farmer

Die meisten Obstgaerten gehoeren den “East Indians”, also panjabischen Familien. Selten finden sich kanadische oder europaeischstaemmige Familien, die sich dem unsicheren Ertrag der Obstgaerten widmen. Wenige Minuten Hangel koennen eine ganze Ernte zerstoeren. Vor allem die Kirschen sind eine delikate Frucht. Regnet es in der Zeit kurz vor der Reife, und scheint daraufhin die Sonne, spalten sich die Kirschen aufgrund des auf der Kirsche gesammelten Wassers. Gespaltene Kirschen schmecken vollkommen gleich wie ungespaltene, doch landen sie auf dem Muell, weil keiner sie kauft. Und so faehrt der besorgte Bauer nach jedem kurzen Schauer mit einer grossen Blaseapparatur auf seinem Traktur durch den ganzen Kirschengarten und pustet die Kirschen trocken. Und sollte er fertig sein, und es regnet erneut, dann faehrt er eben noch einmal. Manchmal faehrt er die ganze Nacht, oder den ganzen Tag. Und manchmal, so wie dieses Jahr, spalten sich die Kirschen dann trotzdem. Und dann blaest er nicht mehr.

Die Arbeit

Und nun zum pfluecken selbst. Anstatt viel zu erklaeren, habe ich ein tolles Video gefunden, das zwar nicht von mir ist, aber wunderschoen zeigt, was Kirschen pfluecken eigentlich so ist.

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Vancouver – Squamish – Whistler.

Vancouver – Squamish – Whistler.

Ich entschied mich, fuer die Zeit zwischen der Kirschen- und der Apfelernte ein paar Tage aus Keremeos herauszukommen, wo ich bereits seit 2 Monaten wohnte und arbeitete… hier mein Bericht aus Vancouver, Squamish und Whistler. 7 Tage, 110 Dollar. Und das geht so:

Montag, 27.8.2012

Nach einem wunderbaren Schlaf packte ich morgens meine Sachen zusammen, faltete das Zelt, den Schlafsack (ein Geschenk von Mel und Guillaume, ein richtig dicker warmer Schlafsack) und die Isomatte zusammen. Die meisten meiner Sachen hatte ich zwei Tage zuvor bereits uebergangsweise Willy gegeben, dem Nachbar meines ersten Kirschengartens. So war ich bereit, loszuziehen und verliess meinen wunderschoenen Campingspot am Similkameen Fluss in Keremeos.

Mein Essen und den Kaffee, den ich uebrig hatte, verschenkte ich  ein paar hundert Meter Flussabwaerts, an Rob und Red. Dort traf ich auch auf Luke, meinen Freund aus England, dessen Ziel ebenfalls Vancouver war. So zogen wir gemeinsam los, und stellten uns an den Strassenrand des Highway in Richtung Westkueste. Es war bereits Mittag, und die Sonne brannte. Am Fruchtstand meines alten Arbeitgebers begruesste ich noch Mel, welche uns mit Kaffee, Aprikosen, Nektarinen und gruenen Paprikas versorgte. Danke, Mel!

Dann Wir wechselten drei Mal den Ort, bis jemand fuer uns anhielt: Es waren zwei junge Kerle aus Alberta auf ihrem Weg nach Vancouver Island. Auf den ersten Blick glaubten wir nicht daran, in das Auto zu passen, da bereits vor Unterbringung unserer Backpackerrucksaecke Rueckbank und Kofferraum voll waren. Aber, was nicht passt wird passend gemacht… irgendwie haben wir es geschafft alles hineinzuquetschen – inklusive uns… und so gross Lukes Rucksack auch war, so schlank war er selbst. Und so schafften wir es durch die Berge innerhalb von 4 Stunden mittenrein nach Downtown Vancouver. Ausgaben: 2 Dollar fuer den Parkplatz der Jungs.

Zur Feier des Tages spendierte ich Luke und mir einen Kaffee in einem typischen Downtown Cafe, dem Bambo Cafe. Es war frueher Abend. Unser Ziel war nun, unser Zelt  am beruehmten “Wreck Beach” aufzuschlagen. Dies war ein Tipp von Rob, der dort 8 Tage lang wohnte. Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Buslinie genannt “B-Line” die einzige quasi kostenlose Buslinie ist, da es erlaubt ist, in den hinteren Tueren des Busses einzusteigen. Gluecklicherweise war es genau dieser Bus, der uns an den Wreck Beach bringen sollte – bis zum Ende des Broadway, an den Campus der Universitaet British Columbia. Soweit die Beschreibung des Mannes an der Ampel, den wir fragten.

So weit so gut. Als wir an der Endhaltestelle der B-Line ankamen, war die Beschreibung des Busfahrers auf die Frage, wie man zum Wreck Beach kaeme: immer geradeaus. Und dies war wirklich die moeglichst ungenuegendste Beschreibung jemals. In Wirklichkeit war es, auch aufgrund einer grossflaechigen Baustelle auf dem Campus, ein halbstuendiger Weg ueber Wiesen, durch Fakultaeten, an Parkhaeusern und Zaeunen entlang, Treppen hinauf und hinab bis zum eigentlichen Eingang zum Strand. Gerade als Luke und ich an der letzen Kreuzung entschieden, die etwas heller beleuchtete Strasse einzuschlagen, trafen wir auf Bekannte aus Keremeos: ein Japaner und zwei Spanierinnen, in Begleitung ihres Cousins und seiner kanadischen Freundin. Wir quatschen einige Minuten, ich fragte sie aus, wie die Moeglichkeiten stuenden, am Strand zu uebernachten. Sie erzaehlten uns von Patroillen – ein Fakt den wir nicht kannten. Auch gab es dort kein Trinkwasser – und so wurden unsere Trinkflaschen von unseren Kollegen aufgefuellt. Sogar 2 Orangen bekamen wir geschenkt. Dann machen wir uns auf den Weg.

Es war bereits dunkel, als wir vor den 350 Treppenstufen standen, die zum Strand fuehrten. Auf der gegenueberliegenden Strassenseite stand ein Auto von Rangern – die uns freundlich darauf hinwiesen, dass der Strand geschlossen war und wir dort nicht zelten duerfen. Es gaebe ein Hostel gleich um die Ecke, dort bekaemen wir sicher eine Unterkunft. Da wir die uns unbekannte Autoritaet nicht in Frage stellen wollten, bedankten wir uns bei den zwei Maennern und liefen weiter die Strasse entlang. Wir fanden ein paar Baeume zwischen zwei Strassen – gleich gegenueber einem Studentenwohnheim. Dazwischen etwas zugewachsenene Gruenflaeche, dunkel genug, um mit ausgebreiteten Schlafsaecken nicht sofort gesehen zu werden. Mit unserem geschenkten Wasser zauberte ich ein Couscous, dazu gab es Tomaten und Paprika. Dann breiteten wir unseren Schlafplatz auf Efeublaettern aus.

Dienstag, 28.8.2012

Bereits um 6 Uhr fruehstueckten wir Porridge, um nicht zuviel Aufsehen zu erregen. Wir bekamen Besuch von drei Waschbaeren, die keine Angst vor uns zu haben schienen… sondern gemuetlich um unser Essen herumturnten. Dann stiegen wir endlich die Treppen hinunter zu Vancouvers beruehmtem FKK-Strand, oder, wie es hier heisst “Bekleidung optional”. Bereits nach kurzer Zeit hatten wir bzw. Luke  einen perfekten Schlafplatz gefunden. Gleich nach den Treppen links den Pfad in den Wald hinein, und nach ein paar Minuten beim entwurzelten Baum nach links oben klettern bis man zu einem grossen Baum kommt, dann links zu einem weiteren grossen Baum mit Farn und einer grossen roten Spinne – dahinter steil nach oben auf sandigem Grund durch zwei umgefallene Staemme hindurch und voila, eine kleine Flaeche unter zwei Baeumen, regengeschuetzt und unsichtbar vom Strand aus. Angekommen!

Luke verliess den Ort ziemlich bald Richtung Innenstadt, ich holte mir eine weitere Muetze Schlaf. Dann machte ich mich auf, die Stadt zu erkunden – zurueck zur 99 B-Line, den Broadway entlang bis zur City Hall Station. Dort entdeckte ich ein unschlagbares Angebot: Sushi Bang offeriert Miso Suppe und 18 Stueck Sushi fuer 6 Dollar. Dazu gab es kostenlos gruenen Tee und Wasser mit Eis – und die letzten 3 Stuecke Sushi konnte ich tatsaechlich nur noch hineinzwangen. Stundenlang satt mit 6 Dollar – ein Wunder in British Columbia!

Luke traf ich wieder in der Bibliothek. (In staatlichen Buechereien in Kanada gibt es grundsaetzlich guenstiges oder kostenloses Internet. In Vancouver waren es 2 kostenlose Stunden am Tag). Dort verabredeten wir uns fuer 19 Uhr in Downtown, Luke hatte herausgefunden, dort gaebe es ein kostenloses Mahl. Als wir dort waren, befanden wir uns mitten im Slum. Cracksuechtige um uns herum, wo man hinsah. Die Hastings-Strasse in Vancouver ist beruehmt dafuer. Unser kostenloses Mahl entpuppte sich als Gottesdienst. Wir fluechteten und fragten uns, was wir nun tun sollten, bis ein Latino uns entgegenkam, der nicht sehr freundlich aussah. Er wandte sich zu Luke: Ich werde dir nichts tun, ihr seht sehr nett aus. Bring dich und deine Freundin hier raus.

Was wir taten.

Mittwoch, 29.8.2012

Luke musste heute nach Squamish fahren, einer Stadt eine Stunde noerdlich von Vancouver. Ich wollte noch in Vancouver bleiben. Das war der Plan.

Luke packte zusammen, wir verliessen das Camp, fuhren zur Bibliothek, dann nach Downtown. Ich schaute mir dort das guemstigste Hostel der Stadt an: Das American Backpackers Hostel fuer 10 Dollar die Nacht. Nach einem zweiminuetigen Besuch war klar, dass dies das verrueckteste Hostel war, das ich je betreten hatte. Obwohl ich fluechtete, war mir klar, dass ich zurueckkommen wuerde. Ich musste schliesslich irgendwo duschen. Und vielleicht hatte ich dort sogar meinen Spass.

Ich verabschiedete Luke, indem ich ihn auf ein echtes Bier in einem echten Pub einlud. Solchen Luxus goennten wir uns selten als “Picker” (So hiessen wir Ernteleute in Kanada), in einem Land mit horrenden Alkoholpreisen. Ausgaben heute: 9 Dollar fuer zwei Bier, 2 Dollar fuer ein Stueck Pizza.
Wie auch immer das moeglich war, nach diesem kurzen Ausflug war es bereits fast 22 Uhr. Luke machte sich auf, im Stanley Park zu uebernachten. Ich fuhr zurueck zum Strand. Die erste Nacht alleine.

In der Dunkelheit hoerte ich ploetzlich Aeste knacken. Deutliche Laufgeraeusche, die immer naeher kamen. Ein Mensch? Ein Tier? Ich konnte es nicht zuordnen. Es kam immer naeher und liess sich nicht durch klatschen oder meine Taschenlampe irritieren. Knack knack… nun waren sie bei mir. Es waren die drei unerschrockenen Waschbaeren, deren Augen nun im Licht meiner Taschenlampe aufleuchteten. Sie hatten mein Essen gefunden und kamen zurueck, um es aufzuessen. Ich war erleichtert und da die drei anfingen zu knurren, als ich naeherkam, liess ich sie in Ruhe futtern und schlief bald ein.

Donnerstag, 30.8.2012

Ich schlief lange. Es war fast Mittag als ich endlich aufstand. Ich merkte, wie der Trip bereits an mir zehrte. Staedte sind anstrengend, Staedte ohne Geld sind sehr anstrengend. Und mein Geld war so gut wie aufgebraucht. Zeit, ein bisschen Schmuck zu verkaufen. (Ich verkaufe meinen selbstgemachten  Schmuck bisher erfolgreich jeden Samstag in Penticton auf dem Bauernmarkt. Wie es an anderen Orten zugehen wuerde, wusste ich bis dato nicht.)

Nach einem Besuch in der Bibliothek setzte ich mich an den Ausgang der Metrostation “Broadway City Hall”, wo ich die Tage zuvor oefters Strassenmusiker gesehen habe. Ich habe Glueck – Bereits innerhalb von 10 Minuten verkaufte ich zwei Armbaender und hatte 20 Dollar in der Tasche. Dann verkaufte ich eine Stunde nichts, und packte zusammen. Ich hatte genug Geld fuer eine Nacht im verrueckten Hostel und ein Abendessen. Auf nach Downtown.

Trotz dass ich schon gegen 18 Uhr im Hostel eintraf, war es bereits voll. Doch der Rezeptionist war um einiges freundlicher als der gestrige (was wahrscheinich auf alle Menschen der Welt ebenfalls zutrifft). Er bedauerte, dass alle Betten besetzt sind, und bot mir eine Matratze auf einer Flaeche hinter der Treppe an. Naja, hatte ich eine Wahl? Im Endeffekt war das sogar eine gute Wahl. Der nette Herr bedeckte das Treppengelaender mit einem alten Bettlaken, was mir eine Art Privatsphaere verschaffte.
Hier ein Foto:

Selbstverstaendlich war das erste, was ich tat: duschen. Der Schmutz und Ekelfaktor dieses Hostels war fast sogar unter meinem Standard, und hey, das ist nicht einfach. Im Internet hatte ich gelesen, dass der Besitzer irgendeinem Gast gesagt haette, er solle die Schuhe anlassen, um keine Hepatitis vom Boden zu bekommen. Wie unglaublich das in meinen Ohren klang, ich liess meine Schuhe an. Sauber fuehlte ich mich trotzdem nach der Dusche. Fuer Klobesuche hatten wir ja McDonalds, Starbucks und Bibliotheken.

Munter machte ich mich also auf, die Gegend zu erkunden. Ich fand eine Zweigstelle der “Taqueria – pinche taco shop”, einem echten mexikanischen Restaurant. Erkannte ich daran, dass die Kellner und Kochs untereinander und auch mit mir feinstes Mexikanisch sprachen. Ich hatte einen Taco mit Frijoles Refritos, einer Salsa sehr picosa und ein XX Ambar Bier. (den letzen Satz werden nur Mexikokenner verstehen. Ich kann nur sagen: ich fuehlte mich zuhause).
Ich blieb eine ganze Weile in der Bar sitzen, genoss mein dos equis. Ich wuenschte mich zurueck nach Mexiko. Wie sehr ich es vermisste!

Als ich zurueck zum Hostel ging, sollte die Nacht erst richtig losgehen. Im Aufenthaltsraum traf ich auf drei Israelis. Genial! Sie nahmen mich mit, die Stadt unsicher zu machen. Das Ziel: Ein Schwulenclub auf Vancouvers Schwulenmeile, der Davie Street. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Es war eine gute halbe Stunde Fussmarsch durch das Nachtleben Vancouvers, der Granville Street. Das waren Distanzen wie in Tel Aviv, und mit der israelischen Begleitung fuehlte ich mich gleich ein weiteres Mal wie Zuhause. Das war ein toller Tag. So sollten Staedtereisen sein.

Die Schwulendisco war schrecklich in jeder Hinsicht. Die Musik war ein Desaster. Aber das Lachen von Gal, einem der beiden schwulen Israelis und das erschrockene Gesicht von Niv, dem Hetero aus einem Kibbuz, der zum ersten Mal in einem Schwulenclub war und nicht darueber hinwegzuommen schien, was zwei Maenner miteinander machen konnten, machten den Abend zu einem einzigen Spass. Und der einzigen Nacht in Vancouver, in welcher ich nach Mitternacht schlafen ging.

Freitag, 31.8.2012

Ich erwachte neben Ken.  Nein, nicht wie ihr denkt. Man hatte ihn ebenfalls hinter die Treppe verfrachtet. Ken war ein Kanadier asiatischer Abstammung (was auf die geschaetzte Mehrheit der Vancouveraner zutrifft). Er war unglaublich nett. Er erzeahlte mir bei einem Kaffee, dass er zum Schutz des Regenwaldes auf  Vancouver Island arbeitete. Er lud mich auf einen superteuren Lachsbagel ein, und wir quatschten weiter. Er lud mich auf eine Fahrt im Skytrain zum Commercial Drive ein, und wir setzten uns in ein Cafe. Als er zurueck nach Victoria aufbrach, versuchte ich mein Glueck im Verkauf meines Schmucks im gegenueberliegenden Park. bald fand ich jedoch heraus, dass meine Preislage zu hoch war fuer diese Gegend, und ich gab mein letztes Geld fuer eine 2 fuer 1 Pizza aus.

Ab da ging es erstmal bergab.
An keinem Ort wollte man mir etwas abkaufen. Bei Sonnenuntergang sass ich auf einer Bruecke zwischen ein paar Punks. Irgendwann war meine Motivation so am Boden, dass ich garnichts mehr haette verkaufen koennen. Hungrig und totmuede stieg ich in den Bus und fuhr zum Strand.

Als ich die Treppen hinunterlief, kam mir eine Horde Strandbesucher entgegen, groesstenteils angetrunken. Da ich als einzige nach unten lief, rief man mir verschiedenste Dinge zu: “Geh zu deiner rechten” oder “Du wirst von Autoritaeten verscheucht werden”. Offensichtlich war die Polizei dabei, den Strand grossflaechig zu raeumen. Ich musste es als nun nur schaffen, zum Eingang des Pfades zu gelangen, ohne von ihnen gesehen zu werden. Ich ging schnurstracks dorthin, ohne mich umzusehen, schnell wie ein Wiesel, mit Herzklopfen. Rein in den Wald, durch den Pfad, hoch zum Schlafplatz. Dann ausruhen.

Ich lag noch lange wach. Bald wurde mir klar, dass ich die Stadt verlassen musste, oder sie wuerde mich auseinandernehmen. Aber zuerst brauchte ich Geld…

Samstag, 1.9.2012

Ich erwachte recht frueh, und packte meine Sachen zusammen. Mir kamen sehr viele Menschen mit Kuehlboxen und Sonnenschirmen entgegen – und ein Mann half mir, meine Sachen die Treppe hochzutragen. Er sagte, es wurde ein recht voller Tag am Strand werden, und ich koennte versuchen, dort zu verkaufen. Aber mein Plan stand fest: Ich wollte es auf dem Bauernmarkt in der Naehe des Commercial Drive versuchen, und danach meinen Weg nach Squamish antreten.

Auf dem Bauernmarkt versuchte ich es an zwei verschiedenen Orten, doch mein Pech hielt noch an – ein Maedchen bat mich, den Markt zu verlassen. Hungrig ging ich ein letztes Mal ueber den Markt und ein netter Herr sprach mich wegen meines Rucksacks an… und schenkte mir spontan ein paar frische Pflaumen.

Damit ausgeruestet machte ich mich auf zum Trampen – nach Horseshoe Bay. Ich nahm den Bus 501, stieg an der Bruecke aus und wanderte nach oben zum Highway, dem sogenannten Sea-to-Sky Highway, nach Squamish. Ich wurde ziemlich bald von einem netten Truckfahrer mitgenommen, einem jungen Strassenbauer. Er fuhr mit mir noch eine Runde durch die Stadt, und ich wusste, wo die “Squamish Helping Hands” waren, der Ort von dem Luke mir erzaehlte. 2 Mal am Tag eine Mahlzeit, kostenlose Duschen und Waschmaschinen, sowie Internet. Das sollte mir spaeter noch hilfreich sein…

Sqamish ist beruehmt fuer seinen felsigen Berg, den Chief, und ist Heimat einer grossen Klettercommunity. Vom Stadtzentrum aus machte ich mich auf die Suche nach einem kostenlosen Platz fuer mein Zelt. Da der Ort ziemlich weitlaeufig war, und der einzige Campingplatz der “Chief Provinzpark” war, lief ich mit meinem ganzen Gepaeck zum beruehmten  Chiefberg – 45 Minuten bergauf am Highway entlang, muede und hungrig. Als ich endlich dort angekommen war, war der Campingplatz ausgebucht, und ich stellte mein Zelt einfach irgendwo neben den offiziellen Plaetzen auf (was ich sowieso getan haette). Es wurde bereits dunkel und ich entschied, sofort ins Bett zu fallen.

Sonntag, 2.9.2012

Das erste, was an diesem Tag passierte, war der Rausschmiss aus dem Provinzpark. Wildcampen ist verboten, da man versuche den Wald “wieder herzustellen”. Dann hoert auf, Autobahnen zu bauen… wie auch immer, also Sachen gepackt und weg von dort. Von meinem Stassenbauer hatte ich erfahren, dass ein Bauernmarkt in Whistler stattfindet, eine weitere Stunde noerdlich von Squamish. Aufgrund meiner Geldsituation wollte ich also dort versuchen, ein bisschen zu verkaufen. Whistler war einer der reichsten Orte von British Columbia und vielbesucht durch seine Wintersportaktivitaeten. Gluecklicherweise kam ein Paar aus Neuseeland vorbeigefahren, das mich mitnahm. Sie fuhren mich sogar direkt bis zum Eingang des groessten Bauernmarkt, den ich bisher gesehen hatte.

Ich setzte mich zuerst mitten zwischen die Staende. Ich hatte bereits einen Verkauf, bis man mich nach 15 Minuten verjagte. Aber ich wollte nicht aufgeben und suchte einen Platz, der zwar ausserhalb de Marktes, aber dennoch gut besucht war. Unter einer Bruecke auf dem Pfad in die Innenstadt gab es eine offizielle Strassenmusiker-Zone, wo ein vielleicht 12 jaehriger Junge in einem Endlosloop irische Musik fiedelte. Ich setze mich an den Rand, mit vollem Erfolg: Bis ich eine gute Stunde spaeter freundlich des Platzes verwiesen wurde, hatte ich 63 Dollar in der Tasche und ein paar Kinder und Frauen gluecklich gemacht. Alles war wieder gut – und ich trampte zurueck nach Squamish.

Von Luke wusste ich, dass das kostenlose Mahl um 17 Uhr stattfindet – und so fand ich mich bei den wirklich freundlichen Menschen in der Helping Hands Society ein. Nach dem Essen gab es eine Dusche, und dann fragte ich die Freiwilligen dort nach einer guenstigen Unterkunft – und sie boten mir an, bei ihnen zu uebernachten. So sollte dies also meine erste Nacht in einem Obachlosenheim werden.

Nachdem ich mir um 20 Uhr mit griechischem Yoghurt, Kaesetoast, Kuchen und Blaubeeren den Magen vollgeschlagen hatte (Die Obdachlosen essen hier ganz schoen delikat – alle Milchprodukte sind in Kanada sehr teuer und ich kann es mir ueblicherweise nicht leisten). schrieb ich an diesem Artikel bis das Licht um 11 Uhr ausgemacht wurde.

Trotzdem war an schlafen nicht zu denken. Ausser mir schliefen noch drei Maenner auf den Matratzen auf dem Fussboden. Einer von ihnen schnarchte wie eine Kettensaege. Zudem waren die Deckenventilatoren an… und machten laute Geraeusche – ausserdem wurde mein Hals ganz trocken von der Klimaanlage. Mein Magen war ausserdem voellig ueberfordert mit dem Mix an Milchprodukten, Brot und Zucker zu so spaeter Stunde, dass ich tatsaechlich die ganze Nacht wach lag, bis um 6.30h aufgeweckt wurde.

Montag, 3.9.2012

Nach dem Fruehstueck verabschiedete und bedankte ich mich bei den Helfenden Haenden und machte mich zurueck auf den Weg zum Highway. Meine Muedigkeit machte mir bereits jetzt zu schaffen. Und ich sollte noch einen langen Tag vor mir haben – denn der Plan war, bis zurueck nach Keremeos zu kommen. Nun war es 8 Uhr.

Von Squamish nach Vancouver lief alles gut, ein netter aelterer Herr aus Quebec nahm mich mit bis zur Skytrain Station in Vancouver. Von dort nahm ich den Skytrain bis nach Surrey, so wie ich es im Hitchwiki gelesen hatte. Surrey ist eine Vorstadt von Vancouver und unterscheidet sich in ihrer ansteckend-deprimierenden Einoede nicht von anderen Vorstaedten, die man so kennt. Und sogar die Unfreundlichkeit hielt hier einzug, wie ich feststellte, als ich nach dem richtigen Bus zum Highway 1 (Trans-Canadian-Highway) fragte. Ein Glueck, war der Busfahrer des 501 so freundlich, mich an der richtigen Haltestelle herauszulassen.

Nun stand ich in Langley, der Vorstadt, die Surrey an Einoede noch um Laengen uebertrifft. Der Laden, der von aussen Kaffee anbot, hatte keinen Kaffee, und das unterirdische Klo durfte nur betreten werden, wenn man sich eine Packung ueberteuerter Chips kaufte. Ich haette mal doch das Lunchpaket aus Squamish annehmen sollen. Naja, so ass ich heute eben CheddarChips und Bounty zu Mittag.

Ich stand sehr sehr lange in Langley, bis jemand anhielt. Es war ein Herr, der mich eine halbe Stunde lang mit seinem Leben vollquatschte, und mich an dem wahrscheinlich unguenstigsten Ort absetzte: Abbotsford. Ich musste den Highway verlassen und die Einfahrt als Tramp-Platz versuchen. Und das war ein Desaster. Menschen lachten ueber mich, oder machten komische Gesten, aber niemand machte Anstalten, mich mitzunehmen. Meine Motivation gelangte zu einem Tiefpunkt. Am liebsten haette ich alle hingeschmissen. Aber das ging nicht – ich musste so schnell wie moeglich raus hier. Also durchhalten.

Ein netter junger Mann, in diesem Moment mein Engel, holte mich dann aus Abbotsford und setzte mich in Chilliwack ab. Dort hatte ich, ungeahnterweise, mehr als Glueck. Gerry, ein Eingeborener, hielt an, obwohl er nie Anhalter mitnaehme – und aenderte sogar seine Route ueber Keremeos, um dort seinen Onkel zu besuchen, und um mich zuhause abzusetzen. Als konnte ich entspannen. Wir hatten interessante Gespraeche, und ich lernte einiges mehr ueber das eben der Eingeborenen im heutigen Kanada und wie es in den Reservaten zugeht. Leider, leider habe ich kein Foto mit ihm.

Nach einer langen Fahrt duch die hohen Pinienwaelder gelangt man fast ueberlangslos in die Halbwueste des Similkameen Flusses, wo aus Bergen felsige, trockene, meist wenig bewachsene Huegel werden. Und dann der Fluss: schoener denn je, habe ich mich in jede seiner Kurven verliebt.

Und dann war ich zurueck in Keremeos. Gerry lud mich noch auf ein Bier am Fluss ein… und dann setzte ich mein Zelt wieder auf fast heimatlichem Gebiet…  an den Fluss, zwischen Birken und Kakteen…

Und ganz ehrlich? Ich war froh, wieder zurueck zu sein.

Kanada in 10 Tagen. Von Montreal bis ins Okanagan Tal

Kanada in 10 Tagen. Von Montreal bis ins Okanagan Tal

Fuenf Tage verbrachte ich in Montreal. Die ersten zwei schlief ich bei einem Schriftsteller namens Simon im Zentrum, Rue Sherbrooke Ecke St. Laurent. Auf dem Dach seines Appartment- Hochhauses gab es einen Pool im 21. Stock, und Sicht ueber die Stadt. Das war ein einmaliges Willkommensgeschenk. Ueberhaupt sind die Montrealiers (keine Ahnung, ob man das so sagt) besessen von Pools. Fliegt man mit dem Flugzeit ueber die Suedstadt, wo es aussieht wie in einer amerikanischen Vorstadt mit Haeuschen und Rasen, steht in jedem Vorgarten ein betonierter runder Pool. Ganz schoen luxerioes fuer ein Land, welches zum grossen Teil aus Winter besteht, dachte ich mir.

Ich verliess Simons Wohnung am Sonntagmorgen und wollte zum ersten Mal mein Glueck als Haendlerin versuchen. Fruehmorgens setzte ich mich an einen Pikniktisch in der St.Laurent Strasse, holte meinen Schmuck und meine Faeden vorsichtig heraus und begann zu arbeiten, damit es nicht so aussah, als wollte ich verkaufen – weil ich nicht wusste, wie die Polizei reagieren wuerde. Meine Aktion hatte dennoch Erfolg: Menschen setzten sich mit ihrem Kaffee zu mir. Ein Herr fragte mich dann ein bisschen aus und schaute sich die Ketten und Armbaender an – und kaufte mir schliesslich etwas fuer 15 Dollar ab. Das war zwar im Nachhinein viel zu billig aber hey, mein erster Verkauf! Er fuhr mich daraufhin mit seinem Auto zum “TamTam” auf dem Mont-Royal: Der ultimative Treffpunkt fuer Trommler, Schmuckhaendler und ueberhaupt alle am Sonntag – eine Art Mauerpark in Montreal, nur mit weniger Flohmarkt und mehr Schwerpunkt auf den Trommeln (TamTam bedeutet in diesem Fall einfach Trommel oder Djembe). Ich installierte mich ab fruehmorgens, arbeitete ein bisschen und sah zu, wie die ersten Trommler auftauchten. Als ich vom Pizzaessen zurueckkam, war bereits sehr viel mehr los. Ich sah ein paar Artesanos, die sich abseits vom offiziellen Verkauf auf dem Rasen aufgebaut hatten, und beschloss, mich neben sie zu setzen, und mit ihnen zu verkaufen.

Ich verliess das TamTam am Ende dieses Tages  mit weiteren 5 Dollar, einem Schlafplatz ganz in der Naehe und einem Platz in einem Auto nach British Colombia am kommenden Donnerstag, den 21. Juni 2012 mit Arnaud aus Quebec, Jonas aus Frankreich, Ashkan aus dem Iran und Stefano aus Italien: Der Kuensler, dessen Wandgemaelde ich in San Cristobal an der Tuer des Casa Libertad gesehen hatte. Als ich Ashkans Couchsurfing Haus betrat, hatte die WG bereits ein immenses Sushi Menue gezaubert. Ich denke, allerspaetestens hier kann man diesen Tag wirklich erfolgreich nennen, oder?

Am Montag machte ich mich auf die Suche nach einem Couchsurfing-Host fuer die Tage bis zur Abfahrt. Das war schwieriger als gedacht – Ich fand das erste Internet Cafe fuer 4 Dollar die Stunde, und dann lief ich die St. Catherine Strasse entlang, nachdem ich mir eine neue Taschenlampe, ein Zelt, eine Isomatte und einen Schlafsack fuer die Reise gekauft hatte. Gluecklicherweise sind diese Dinge, im Gegensatz zu Nahrung, sehr billig in Kanada. Nach einer Weile befand ich mich dann ploetzlich in Chinatown: asiatisches Essen wo man hinsah. das rettete mir den Tag: Ich betrat ein Internetcafe dass nicht mit 10 Computern ausgestattet war, sondern mit hundert. Asiatische Jugendliche gaben sich Ballerspielen hin was das Zeug hielt, beschimpften sich auf Franzoesisch und anderen Sprachen – und die Stunde kostete lediglich 3 Euro. Ich hatte eine Antwort auf meine Anfrage in Couchsurfing und notierte mir die Nummer. Da es die einzige Antwort war, musste es einfach klappen. Wieder vollbepackt mit der Campingausruestung erreichte ich die naechste U-Bahnstation und rufte Dominic an. Nach 2 Minuten war alles geklaert. Und so verbrachte ich die letzten Tage in Verdun, einem Vorort von Montreal, mit einem DJ, der gerade aus Berlin zurueckkam. Ich hatte mein eigenes Zimmer und generell wohnte ich dort wirklich luxerioes. Ich ging nicht mehr viel aus, sondern genoss meine letzten Tage in einem Haus mit Badezimmer und Internet- wer weiss, wann ich so etwas wieder haben wuerde.

Am Tag der Sommersondenwende, dem 21.6.2012 stiegen wir ins Auto von Montreal in Richtung Land der Kirschen: British Columbia. knapp 5000 Kilometer lagen vor uns, durch Ontario, Manitoba, Saskatchewan und Alberta. Bilder sagen hierbei mehr als viele Worte.