Mein größtes Problem ist, dass so wenige Menschen auf der Welt meine Freude an der Schönheit des Lebens teilen.

Dieses Problem verwebt sich genauso in diese Zeilen wie es sich durch meinen Alltag streckt.

In einem Callcenter zu arbeiten kann sehr herausfordernd sein, vor allem, wenn man jemand ist, der die Stille genießt und sich in der Natur zuhause fühlt. Trotzdem kommt es mir stark so vor, als kümmere sich Tag und Nacht jemand darum, mir diese Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Zum Beispiel die Kollegen, mit denen ich oft lache, eine warme und herzliche Atmosphäre, ohne dass sie erzwungen wird, oder das viele Grün und die Bäume um unser Gebäude herum, wo ich selbst gestern noch in der Sonne lag.

Jeden Morgen erlebe ich einen andere, magische Art von Dämmerung bei meiner Fahrt nach Shannon, jeden Abend erlebe ich eine andere, magische Art von Sonnenuntergang auf dem Weg zurück. Jedes Wochenende werde ich in die magischsten Wälder von Clare geführt. Oft überwältigt es mich, und mein erster Impuls ist, mein Glück zu teilen. Irgendetwas in mir möchte, dass jemand anderes es auch so genießt wie ich, ansonsten scheint es, als sei es nicht vollkommen.

Alexander Supertramp (bekannt aus dem Film “Into the Wild“) kam bei seinem intensiven Solo Trip nach Alaska auf eine ähnliche Schlussfolgerung. Er drückte es so aus:

happiness

Und ich gebe zu, es ist ein intensives Gefühl, und ich verstehe genau, was Supertramp meinte. Wenn man an einen bestimmten Punkt der Freiheit gelangt, ist es wie ein Reflex, man möchte nach etwas greifen, man sucht Halt, man kann nicht akzeptieren, dass man alleine ist.

Aber es ist ein falsches Gefühl. Das Glück ist so oder so real und vollkommen. Ich weiß das vor allem, weil meine Versuche, Momente mit meinem iPhone einzufangen, und zu teilen, eh meist scheitern, und mich eigentlich nur von dem Moment ablenken. Wenn es möglich wäre, Glück allein durch Absicht zu teilen und weiterzugeben, dann würde es uns gelingen. Aber natürlich kann ein Handy die Magie nicht übertragen, auch kein Wort, Bild oder Blick, wenn der Empfänger nicht bereit ist, zu empfangen. Magie kommt aus dem Herzen, es ist das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, und es fühlt sich an wie ein Geschenk des Himmels. Es ist kein Produkt von Intention. Es findet innerlich statt.

Ein Travelerfreund sagte einmal “You can not inspire people. They can only be inspired by you.” Wie weise.

Ich weiß, dass jeder Zugang zu dieser Magie hat. Die meisten Menschen machen sich aber nicht die Mühe, den Weg der Freiheit zu gehen und den Zugang freizuschaufeln, und sind mehr oder weniger zufrieden mit dem, was sie haben.

Das will ich auch gar nicht beurteilen. Doch wenn diese Menschen nur wüssten, was Ihnen zugänglich wäre! Freudentränen, unendliche Dankbarkeit, ein Glück, dass keine Grenzen und Limitierungen kennt. Aber ich glaube, den Wunsch, das Glück zu teilen muss man bereit sein, zu opfern. Man muss bereit sein, in einem Meer aus Freude schwimmen zu können, während die Welt um einen herum den Moment auf Facebook, im Fernsehen oder im Alltagstrott verbringt. Man muss das All-ein-sein vollkommen annehmen können.

Und wenn jemand dann kommt, und von dir inspiriert wird, oder sich in demselben Licht sonnt, dann ist es nicht dein Verdienst. Es ist auch ein Geschenk des Lebens an sich selbst.

Es kommt aus der Essenz des Universums, und der Essenz von uns selbst. Es ist etwas, das nicht mit dem Verstand fassbar ist, denn der Verstand selbst ist eine Kreation dieser Essenz, und steht daher nicht auf Augenhöhe.

Was soll ich noch sagen, welche Worte noch finden? Manchmal ist mir, ich bin lieber ganz still, und lasse zu was geschieht, genieße den Moment, und lasse ihn gehen. Und wenn irgendwann jemand offen dafür ist, und mit mir genießt, dann ist es gut, und wenn nicht, dann ist es auch gut.

So sei es denn :)

 

Mein November in Bildern (oder der Versuch, die Magie festzuhalten):

20161124_170514330_ios
Ennis in der Dämmerung

20161124_170456855_ios

 

20161123_163007200_ios
Sonnenuntergang über Shannon Bay
img_0810
Noch ein Sonnenuntergang über Shannon Bay

 

20161123_161429843_ios
Mooghaun

img_0485

img_0491

img_0489

20161120_105122896_ios
Coole Park

20161120_104952244_ios20161120_104734756_ios

img_0809

20161105_133727811_ios
Dromore Woods

20161105_130535011_ios

20161106_132140000_ios

Eliane.

 

One thought on “Ein Auszug aus dem Alltag

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s