Verehrte LeserInnen,

In meinem ersten Teil von “Mit dem Gipzymobile in Irland” habe ich die ersten 3 Tage meiner Irlandreise im September 2016 mit euch geteilt. Die ganze Reise dauerte jedoch genau 21 Tage und endete am 11. Oktober mit meinem ersten Arbeitstag in Shannon.

Momentan wird mein Blog nicht besonders viel gelesen. Das liegt zum einen daran, dass ich keine Werbung dafür mache, zum anderen, weil ich lange Zeit pausiert habe. Deswegen werde für den restlichen Teil der Irlandreise, also vom 23.09. bis 11.10. meine Finger schonen und einfach mehr die Bilder für mich sprechen lassen.

24. & 25. September war ich in Louth, in – und in der Gegend um – das wunderschöne Carlingford im Nordosten des Landes an der Grenze zu Nordirland. Für mich war das Ganze ein völlig unbekannter Zufallsfund, ich hatte von dem Ort zuvor noch nie gehört und auch nicht erwartet, nach der verregneten, eintönigen Ostküste auf ein so malerisches Dorf zu stoßen.

Ein Ire sprach mich an diesem Morgen an, als er sah dass ich Fotos machte. Er sagte, er wohne hier seit 1,5 Jahren und besuche den Ort seit über 10… und er habe noch nicht alles gesehen, was es zu sehen gibt. Es sei wunderschön hier…

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Und mit diesem Ausblick erwachte ich:

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Lustig war noch, als ich am Sonntagmorgen am Lough Carlingford entlangfuhr und irgendwann in Nordirland in einem Dorf in Nordirland landete, wo ich mal kurz in eine Einfahrt einbog um dort zu wenden. Aber hinter mir waren Autos, die auch einbogen, und so parkte ich kurz im Hof und wollte warten, bis die Autos weg waren. Was mir dann auffiel: der Hof war der Hof vor der Kirche und es war Sonntag um kurz vor 12. Binnen kürzester Zeit war ich komplett zugeparkt und müsste es mir im Auto gezwungenermaßen gemütlich machen, bis alle wieder aus der Kirche kamen, dem Pfarrer die Hand geschüttelt und den neuesten Tratsch mit den anderen Dorfbewohnern ausgetauscht hatten, und nacheinander wegfuhren. So werde ich mich an Newry erinnern.

newry


Am 27. 09. war ich schon in Galway, nachdem ich von Carlingford über Dundalk, mit Nacht in Carrick-on-Shannon bis nach Connemara fuhr. Danach blieb ich im Westen. An zwei dieser Tage entstanden zwei kurze Videos am Silverstrand. Einmal ein Timelapse Video bei Flut und Sturm, einmal bei einem ruhigen Sonnenaufgang. Es zeigt die vielen Gesichter der irischen Westküste.


Der nächste Ausflug führte mich weiter nach Süden: In den Burren, County Clare, wo unter anderem die Cliffs of Moher beheimatet sind. Auch diese Gegend braucht ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen! Mich erwarteten Sonnenschein, Kühe & Schafe, Küste über Küste, ein ganz besonderer Fluss namens Aille in Doolin, ein Matchmaking-Festival und dieser Wolkenwasserfall:

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Leider kommen hier weder Fotos noch Videos an die Wirklichkeit heran. Man konnte die Kühe auf der Weide grasen sehen, und die Wolken bewegten sich wie ein Wasserfall, viel schneller als auf dem Video erkennbar.

Camping in Doolin am Fluss

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County Clare hat schon irgendwas besonderes. Zum Beispiel, werden Dörfer in der Größe von 2-3 Straßen + 1 Pub als Anhaltspunkte und auf Schildern genannt, einfach deswegen, weil sie im Unkreis von 25 km die einzige nennenswerte Häuseransammlung sind. Als ich auf Wohnungssuche war, gab es genau 5 (!) Wohngemeinschaften zu Auswahl, in ganz Clare wohlgemerkt. Clare’s größte und einzige Städte sind Ennis und Shannon, wobei Shannon eigentlich ein Flughafen und ein Industriegebiet beim Flughafen ist. Ein paar Leute wohnen zwar auch da und es gibt auch ein Shopping-Center, aber das war es dann tatsächlich schon.

Ennis ist wirklich ein süßes Städtchen, und die einzige Ansiedlung in Clare, die man ohne schlechtes Gewissen eine Stadt nennen kann, mit vielen Straßen und einem Fluss der sich durchschlängelt, einer schönen Altstadt und einem Marktplatz, einem Kino und so weiter.

Danach kann man also nur noch Dörfer aufzählen, eher nach Beliebtheitsgrad als nach Größe. Touristisch gesehen stehen Doolin (wegen der Cliffs of Moher, sowie der Fähre zu den Aran Islands) und Lahinch, der Surferort schlechthin, ganz vorne. Doolin ist eigentlich kaum ein Dorf. Eine Reihe von Bed and Breakfasts, drei Pubs, ein Cafe, zwei Hostels und zwei Campingplätze. Ein Lebensmittelgeschäft hab ich nicht gesehen. Und auch zum Geld abheben muss man entweder nach Lahinch oder Ennistimon, je nach dem welcher Bank man angehört. Ich schätze die Anzahl von Geldautomaten in Clare außerhalb Ennis und Shannon deswegen auf 3-4.

Nun war aber in Lisdoonvarna, eines der wenigen größeren Dörfer in County Clare und bei den Iren ganz begehrt, die Hölle los. Das welt (ehm) berühmte Matchmaking Festival war in vollem Gange. Worum es da so richtig geht weiß ich bis heute nicht, es scheint, dieses ehemalige Zwangsehen-Festival ist seit Jahrhunderten Tradition und seitdem werden hier irisches Männlein und irisches Weiblein miteinander “gematched”. Mittlerweile machen das wohl die meisten freiwillig, nun ist es sozusagen das Herzblatt Irlands. Ich hab in der Matchmaker Bar an einem der Abende ein Bier getrunken – es war grauenvoll, scheussliche Tanzmusik (ja, sowas können die Iren wohl auch) und die meisten Partybesucher waren sturzbetrunken. Bei der Dekoration der Fassade von Lisdoonvarna (ich möchte diesen Städtenamen einfach nochmal wertfrei erwähnen) spazieren die Künstler, würde ich mal sagen, auf der schmalen Grenze zwischen verspielt-bunt und haarsträubend kitschig:

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Immerhin ist die Pride auch in das Hinterland Irlands vorgedrungen: ein ganzer Abend gilt in Lisdoonvarna den LGBT (LesbianGayBisexualTransgender), erkennbar an den Regenbogen. Das macht’s natürlich nicht weniger kitschig.

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Grüße aus Ennis!

Eliane

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