Am fruehen Morgen warf ich die Heizung an und fuhr zurueck auf den Highway 1. Auf dem Weg, den ich ja die Nacht zuvor nicht sehen konnte, entdeckte ich dabei noch unter dem Vollmond vernebelte Schoenheiten der Point Reyes National Seashore und Tomales Bay.

Point Reyes

Tomales Bay

Tomales Bay

Ich fuhr durch verschlafene kleine Doerfer und wartete bis die Sonne die Bewohner weckt und die Kaffeemaschine angeschaltet wird. Gegen zehn Uhr erreichte ich das suesse Dorf Tomales, setzte mich in ein Cafe und studierte Google Maps. mein GPS Ich beschloss, mich auf den Weg zu den ‘Harbin Hot Springs’ zu machen, von denen ich bisher viel gutes gehoert hatte. Ich schrieb mir, da ich kein GPS im Auto hatte, den Weg auf einer Serviette auf. Es war ein Weg der mich ueber Landstrassen zurueck zum Freeway 101 fuehrte- dann sollte ich hinter der richtigen Ausfahrt weiter ins Landesinnere und nach oben in die Berge fahren. Laenger als zwei Stunden sollte es jedoch nicht dauern.

Der Weg war wunderschoen, doch noch immer konzentrierte ich mich hauptsaechlich auf das ungewohnte Fahren. Um genau 13.07h checkte ich in die Harbin Hot Springs ein. Das weiss ich, weil ich ein Parkticket fuer mein Auto bekam, das ich mit hinter die Windschutzscheibe klebte. Ich bezahlte zuerst fuer ein 6-Stunden Ticket, verlaengerte es jedoch auf 24 Stunden: Die Hot Springs waren super. Es gab mehrere warme Pools, einen heissen Pool  sowie zwei kalte Pools, und eine Sauna und ein Dampfbad. Was mir besonders gefiel war, dass in den drei Hauptpools meditative Stille herrschte, also keiner sprach und Kinder nicht erlaubt waren. Es gab ausserdem eine Besucherkueche, eine Buecherei, einen Health Food Store, ein Restaurant und ein Sonnendeck, sowie einen Tempel, wo Workshops und Veranstaltungen stattfanden. Ich sah viele Rehe vorbeispazieren. Nachdem ich mich dann erstmal genug eingeweicht und das Gelaende besichtigt hatte, machte ich mir ein paar Linsen in der Besucherkueche. Dabei lernte ich Dorian aus L.A. kennen, ein ziemlich verrueckter Geselle. Wir besuchten die 7-Uhr-Veranstaltung im Tempel “Vibrations with Omer”, vor allem um herauszufinden was das bedeutete. Es stellte sich heraus, dass Omer ambientale trance-dubstep Klaenge auflegte und wir uns dazu bewegten. Quasi eine buddhistische Disco. Fotos waren auf dem Gelaende uebrigens verboten.

Danach gab es eigentlich nicht mehr viel zu tun. Um nochmal in die Pools zu steigen war ich viel zu muede, und so sass ich mit Dorian herum und trank Tee, bis wir schlafen gingen. Ich schlief wieder in meinem Auto. Als ich aufwachte, war es schon fast neun Uhr. Um zehn besuchte ich die “Yoga fuer Anfaenger” Veranstaltung im Tempel. Danach fruehstueckte, relaxte, poolte und saunate ich nochmal bis mein Parkticket abgelaufen war. In Middletown, der Stadt zehn Minuten von den Harbin Hot Springs, suchte ich mir nochmal eine Kaffeebar mit Internetzugang. Da ich meine Schuhe bei James vergessen hatte, schrieb ich mir die Wegbeschreibung zurueck zu ihm heraus. Es stellte sich heraus, dass diese Strecke, zusammen mit dem Highway 1, die schoenste sein sollte, die ich in Kalifornien dieses Jahr befuhr. Es war die CA-128 durch Geyserville. Selbst die kurze Strecke auf dem Freeway war szenisch. Wie ich mich an dem Tag fuehlte, voellig geheilt von den heissen Quellen, durch den sonnigen Indian Summer von Kalifornien, auf dem Weg zu einem unbekannten Ort in den Bergen von Grass Valley… das sollte jeder selbst einmal machen, um es herauszufinden. Ich koennte hier auch zwanzig wunderschoene Fotos veroeffentlichen, in Wirklichkeit bin ich durch zwanzig atemberaubende lebensechte Fotos pro Minute gefahren.

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Bei James hielt ich nur fuenf Minuten, quatschte kurz mit James Freundin und ihrer mexikanischen Mama und fuhr wieder los. Nun war mein Ziel: Grass Valley.

Ich hatte mir die Wegbeschreibung ebenfalls schon notiert, bin aber hinter Ukiah gescheitert, habe die Einfahrt auf die 20 nicht gefunden. Als ich in einem ziemlich verlassenen Industriegebiet landete, hielt ich an einem kleinen Laden und fragte nach. Intuitiv hatte ich am richtigen Ort gehalten – denn fuer die Einfahrt, zu welcher keine Schilder fuehrten, musste ich genau hier links abbiegen. Thanks Mister. Jetzt steht mir nichts mehr im Wege.

Ich erreichte noch den Clearlake als die Sonne verschwand. Den Rest der Strecke fuhr ich im Dunkeln, immer den Highway entlang. Ich dinierte in einem Thailaendischen Restaurant. Das Essen war ziemlich schlecht, aber ich bekam einen Glueckskeks, dessen Weisheit mir gut gefiel.

“Wenn du nicht gluecklich bist mit dem was du hast, wie koenntest du gluecklicher sein mit mehr?”

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