Dies ist Teil 2 meines Aufenthaltes in Mizpe Ramon – der Tag an dem ich den Krater hinabstieg. Hier ein Abbild der Karte des Kraters und im Vergleich meine 3stündige Wanderung:

Der Abstieg selbst war sehr steil und steinig. Ich wäre gerne ohne Wegmarken dort herumgelaufen, weil abgesteckte Wege eigentlich nicht mein Stil sind, aber ich fand bald heraus, dass ich ohne die Wegmarken relativ verloren wäre und den Abstieg niemals geschafft hätte ohne irgendwo in die Tiefe zu stürzen. Das erhöht natürlich das Abenteuerfeeling, auch wenn ich dabei auf der sicheren Seite bin. Und dann wollte ich einen kleinen Test starten und ein paar Videos aufnehmen, anstatt nur Fotos zu machen. Ich komm mir dabei zwar mittlerweile etwas bescheuert vor, werd die Videos aber nun trotzdem nicht vorenthalten. 

Die Sicht von oben:

Es ist weder auf Foto noch auf Video zu erkennen, wie immens hoch diese Cliffs sind, die man auf folgendem Foto sieht. Auf dieser Webseite http://www.israelmagazin.de/?page_id=8061 wird durch Foto und Höhenangabe (1000m!) der Eindruck evtl. etwas verbessert. 

Die absolute Stille wurde nach ein paar Minuten durch einen Zwischenfall unterbrochen, der echtes Herzklopfen verursachte: Zwei Düsenjets (oder sowas ähnliches, keine Ahnung welche Art von Flugzeugen so tieg fliegen) kamen von hinten angeflogen und in ca. 50-100 Metern an meinem Kopf vorbei, in einer immensen Lautstärke, bogen dann nach rechts ab und verschwanden hinter den Felsen. Das war wahrscheinlich meine erste Nahkriegserfahrung, wenn auch die beiden nur übten. Puh!

Als ich nach ca. 3 Stunden fast an der Strasse angelangt war, die durch den Krater führt, traf ich ein paar ältere Menschen, die mich bis zur Strasse mit ihrem Jeep mitnahmen. Eine von ihnen konnte Deutsch, wollte aber nicht mit mir sprechen, also unterhielt ich mich mit dem Fahrer auf Hebräisch. An der Straße angelangt, hielt ich den Daumen raus, und sofort das nächste Auto hielt an, wieder eine Art Jeep. Der Israeli war einige Minuten lang mit zwei Menschen über Telefon am quatschen, die beide über die Autolautsprecher in mein Ohr riefen. Dann legte er auf und ich unterhielt mich kurz auf hebrenglisch mit ihm, dann waren wir auch schon wieder in Mizpe Ramon. Ich lief zurück zur Promenade, um mir nochmal den Weg von oben anzusehen; dann sah ich zwei Männer vorbeilaufen, die sich auf spanisch unterhielten; einer von ihnen mit todsicherem mexikanischen Akzent. Ich sprach sie an. Beide wohnten in Barcelona, einer kam ursprünglich aus Mexiko City, der andere aus der französischen Schweiz, beide ziemlich offensichtlich schwul. Sie nahmen mich in ihrem gemieteten Auto zu einer Gegend in Mizpe Ramon mit, die wahrscheinlich kaum ein Tourist zu sehen bekommt. Da ich weder Geld bei mir hatte, noch meine Kreditkarte, und ich bis zu diesem Punkt (ca. 16 Uhr) bisher nur meine mitgebrachte Hirse gegessen hatte, luden mich die beiden zu einem reichhaltigen Essen ein: Humus, Tchina, Cremiger Käse, Oliven, Chilis, Kaffee, Pita. Erst in diesem Moment wurde mir klar, wie hungrig ich war. Die beiden hatte wirklich der Himmel geschickt! Ich erfuhr, dass der Mexikaner die Reise von vorne bis hinten mit dem Lonely Planet durchgeplant hatte, und es keinen Raum für Spontanaktionen gab. Alle Hostels waren gebucht, alle Orte festgelegt, wo gegessen wurde. Der Schweizer musste nicht viel mehr machen als sich von ihm mitziehen lassen. Des weiteren fand ich heraus, dass die beiden kein Paar sind, aber früher mal eins waren. Dann setzten sie mich noch direkt an meinem Hostel ab. Ich hatte sie gebeten, mich bei Facebook hinzuzufügen, damit ich mich mal bei ihnen revanchieren kann.

Wieder zurück im Hostel, fing ich an, meine Reise nach Sinai am nächsten Tag zu planen.

Weiterlesen: Von Mizpe Ramon nach Sinai

One thought on “Machtesh Ramon, der Abstieg – Negev Highlands Teil 2

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